Start-up vorgestellt: Wie Hello Guide Chatbots in Museen bringt

Hello Guide will nichts geringeres als Städte smarter machen. Wir haben mit dem Start-up gesprochen

Sie sind neben Exponenta.io, Frameright, Locationews, Praise, The Shotcaller, Yobo und Aiconix.ai Teil von Batch 6 des next media accelerator und wollen Städte mithilfe von Chatbots smarter machen. Wir haben mit HelloGuide-Mitgründerin Ines Woermann gesprochen.

Ihr beschäftigt euch mit Chatbots - könnt ihr kurz euer Konzept hinter Hello Guide erklären?

Wir machen aus Content Dialoge und spielen diese auf Messenger und WhatsApp aus. Dazu haben wir eine eigene AI-basiertes Chat-Engine gebaut. Wir glauben an Chatbots, weil der Dialog einfach die natürlichste Kommunikationsform ist.

Gab es einen Initial-Moment vor eurer Gründung a la "Da muss eine Lösung her, so geht das nicht weiter!"? Was hat euch zu Hello Guide inspiriert?

Ja, gab es, als ich mit unseren drei Kindern im MoMa in New York war und die Teenager-Kids keine Lust hatten, einen Audioguide auszuleihen  („zu langweilig“) oder die App runterzuladen („da muss ich erst mal Fotos löschen, habe keinen Speicherplatz mehr“). Warum nicht einen Tourguide über Messenger, also Infos da vermitteln, wo man ohnehin den ganzen Tag unterwegs ist? Ein Freund von mir, Tilo, hatte parallel in die gleiche Richtung gedacht und sich für Chatbots interessiert. So kamen wir schnell zusammen.

Mit HELLO!MUSEUM stattet ihr Museumsbesucher mit einem WhatsApp-Guide für verschiedene Ausstellungen aus. Was unterscheidet diesen Service von anderen "konventionellen" bspw. Audioguides?

Aus unserer Sicht sind Museen immer weniger dazu da, Wissen zu vermitteln.  Jede Info kann ich schließlich auch so im Netz bekommen, Exponate über GoogleArt digital hochauflösend anschauen. Aber als Erlebnisraum, den ich mit anderen Interessierten teile, finde ich Museen spannend. Deshalb möchten wir dialogische Lösungen schaffen, mit Informationen, die sich nach den Bedürfnissen des Besuchers richten, interaktiven Elementen wie Votings und digitalem Gästebuch; mit der Möglichkeit, offene Fragen zu stellen.Das alles funktioniert im Chat auf WhatsApp oder Facebook Messenger.  Es muss sich also keiner in die Schlange stellen, um ein Gerät auszuleihen und kann sich auch spontan in der Ausstellung entscheiden, einzusteigen.

Wo in Hamburg kann man HELLO!MUSEUM denn schon nutzen?

Seit einigen Monaten gibt es den WhatsApp-Guide als Ergänzung zur Ausstellung „Das Kapital“ im Museum der Arbeit. Hier kann man auch im Chat darüber abstimmen, ob man Karl Marx heute noch aktuell findet. Ab Mitte April launchen wir zusammen mit dem Smart City Lab Hamburg und dem Archäologischen Museum den „Hammabot“, der interessierte Hamburger und Touristen zur Keimzelle Hamburgs, der Hammaburg, aufschlaut. Viele weitere sind in Planung – schön wäre jetzt noch ein Bot für die Elbphilharmonie!Auf eurer Website habt ihr HELLO!FAIR quasi angekündigt. Plant ihr einen Guide für Messen?Wir haben bereits einen Event-Guide für das add art-Event gemacht, mit sehr positiver Resonanz. Der Hammabot zeigt uns, dass es Bedarf für hello!city gibt. Genauso funktioniert unsere Software für Hotels, Events und Brands, die Storytelling neu denken und umsetzen wollen.

Ihr habt relativ frisch gegründet. Habt ihr schon ein erstes Fazit für dieses "Abenteuer" gezogen? Welche Tipps könnt ihr anderen Gründern geben und was würdet ihr anders machen, wenn ihr nochmal könntet?

Nach vielen Jahren in großen Unternehmen macht es unglaublich viel Spaß, schnell entscheiden und umsetzen zu können. Auch Fehler sind allerdings schnell gemacht.Großartig, wenn man wie wir zu zweit ist und man sich in seinen Fähigkeiten ergänzt, 100%ig vertraut und das Abenteuer teilen kann.

Was wir anderen Gründern empfehlen würden:Anfangen, schnell mit einem MVP testen, ob der Markt genauso begeistert ist wie man selbst. So haben wir es gemacht und erst mal mit einem Top-10 Museum, dem Deutschen Historischen Museum getestet und dann erst im Mai letzten Jahres offiziell gegründet.

Flexibel sein: wenn Nachfrage aus anderen Bereichen kommt, die eigene Positionierung überprüfen. Auch wenn wir mit Tourguides für Museen angefangen haben, hat uns die Nachfrage gezeigt, wo unsere Software genauso gut funktioniert.

Keine Angst vor Kaltakquise: Nützt ja nix – bevor die Kunden einem die Bude einrennen, muss man eben selbst ran und auch nach zehn Absagen weitermachen: der elfte Anruf führt zum ersten Piloten!

Und schließlich ist es ein gutes Netzwerk wirklich hilfreich: das merken wir jetzt, wo wir Teil des NMA sind und die Tech-Community ganz schnell für jedes Problem einen Vorschlag hat.

 

Mehr über Hello Guide und den Next Media Accelerator erfahrt ihr im Netz unter www.helloguide.de und www.nma.vc

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